Was ist der Unterschied zwischen HIV und AIDS?

HIV (Humanes Immundefekt Virus) ist ein Virus, das vor allem die Zellen des Abwehrsystems befällt. Es vermehrt sich in ihnen, setzt sie außer Funktion und zerstört sie schließlich. Das körpereigene Abwehrsystem kann (anders als bei den meisten anderen Infektionen) HIV nicht aus dem Körper entfernen, obwohl einige Wochen nach der Infektion Abwehrstoffe (Antikörper) gegen das eingedrungene Virus gebildet werden. AIDS (Erworbenes Abwehrschwäche Syndrom) ist eine schwere, durch HIV ausgelöste Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems. Wer den HI-Virus in sich trägt, also HIV-positiv ist, muss somit noch lange nicht AIDS-krank sein! Dieses vorübergehende Krankheitsbild ist jedoch nicht mit der Krankheit AIDS („Vollbild“) gleichzusetzen.

Wie lange dauert es von Infektion bis Erkrankung?

Die meisten Menschen mit HIV bleiben über viele Jahre beschwerdefrei. Die Infektion wirkt sich in dieser Zeit nicht spürbar aus und ist den infizierten Menschen nicht anzusehen. Ganz wichtig ist aber, dass HIV-positive Menschen ab ihrer Infektion den Virus übertragen können – egal wie gesund sie sich fühlen! Im Verlauf mehrerer Jahre entwickelt sich meist eine Schwächung des Immunsystems, die schließlich zur Erkrankung AIDS führt – dem ohne Behandlung fast immer tödlich verlaufenden Endstadium der HIV-Infektion. Ursächlich für den Tod sind meist Krankheiten, ausgelöst durch verschiedene, für Gesunde eher harmlose Erreger (wie z.B. ein Schnupfen).

Spielen andere sexuell übertragbare Infektionen bei HIV eine Rolle?

Eine akute sexuell übertragbare Infektion, bspw. Tripper (Gonorrhöe) oder Syphilis (Lues) erhöht das Risiko, sich mit HIV zu infizieren!

Wie wirken die Medikamente?

Die Medikamente gegen HIV hindern das Virus, sich im Körper zu vermehren, und stabilisieren so das Immunsystem. Bei einer Therapie gegen HIV (ART= Antiretrovirale Therapie, HAART= Hochaktive Antiretrovirale Therapie) werden verschiedene Medikamente kombiniert (= Kombinationstherapie). Viele Menschen mit HIV, die eine solche Therapie machen, geht es gesundheitlich besser und sie leben länger. Die Therapie wirkt aber nicht bei jedem gleich gut, und sie kann das Virus auch nicht aus dem Körper entfernen. Aber wenn AIDS im Vollbild ausgebrochen ist, kann durch die medikamentöse Behandlung eine Besserung und somit eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes und des Immunsystems einstellen. Gegen diese Medikamente kann das Virus im Laufe der Behandlung unempfindlich werden (resistent). Mit Kombinationen moderner Präparate können Resistenzentwicklungen aber verzögert und Nebenwirkungen vermindert werden. In den letzten Jahren sind immer wieder neue, wirksame Medikamente verfügbar geworden. Diese Entwicklung wird voraussichtlich weiter gehen.

Gibt es eine Impfung?

Nein. Trotz intensiver Forschung konnte bisher kein wirksamer Impfstoff gegen HIV entwickelt werden und in absehbarer Zukunft ist solch ein Präparat auch nicht zu erwarten. Der einzig wirkliche Schutz vor einer HIV-Infektion bleibt nach wie vor die Vermeidung der Ansteckung!

Wie viele Menschen haben HIV und AIDS, weltweit, in der BRD und in unserer Region?

In Deutschland leben Ende 2014 insgesamt etwa 83.400 Menschen mit einer HIV-Infektion oder einer AIDS-Erkrankung. Nach einer aktuellen Schätzung des Robert Koch-Instituts haben sich im Jahr 2014 etwa 3.400 Menschen neu infiziert. Dieses Jahr gibt es etwa 480 Todesfälle bei HIV-Infizierten. „Trotz der modernen Medikamente ist noch niemand von seinem HIV geheilt worden, und auch die Impfstoffentwicklung bleibt schwierig“, sagte Professor Reinhard Kurth, Präsident des Robert Koch-Instituts, anlässlich des Welt-AIDS-Tages am 1. Dezember 2007. „Forschung und Prävention müssen daher unverändert einen hohen Stellenwert haben“, betont Kurth.

Im Zuständigkeitsbereich der AIDS-Hilfe Pforzheim e.V., also der Stadt Pforzheim, dem Enzkreis und der Stadt sowie dem Landkreis Calw leben nach vorsichtigen Schätzungen ca. 120 bis 150 HIV-positive Menschen. Bei allen Zahlen handelt es sich um Mindestangaben, da davon auszugehen ist, dass sich nicht alle Menschen einem HIV-Test unterzogen.